Gesundheitswirtschaft
Zusammenfassung
Der deutsche Biosimilar-Markt sieht sich 2026 tiefgreifenden Wettbewerbsdrücken durch regulatorische Novellen gegenüber. Neben intensiven Rabattvertragsmechanismen wirken die erweiterten Substitutionsregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) (§ 40b/§ 40c Arzneimittel-Richtlinie, AM-RL) nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG, Stand: 12. Febr. 2026) richtungsweisend: Die Entscheidungsbefugnis für Biosimilar-Anwendungen wird sich in Richtung Apotheke verlagern und koppelt sie darüber hinaus nochmals stärker an Wirtschaftlichkeits- und Preisstrukturen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Wettbewerbsdynamiken von Biosimilars zunehmend dem klassischen Generikamarkt annähern könnten. Für Hersteller von Biosimilars ergeben sich dadurch neue Anforderungen: Sehr gute Kenntnis des Ausschreibungsmarkts, Exzellenz in Vertragsverhandlung, belastbare Lieferfähigkeiten und regionalspezifische Arbeit mit den Interessenvertretern/Stakeholdern werden zu übergeordneten Erfolgsfaktoren.
Korrespondenz:
Dr. Thomas Hupp
IQVIA Commercial GmbH & Co. OHG, Unterschweinstiege 2–14,
60549 Frankfurt/M
thomas.hupp@iqvia.com
![]() | Dr. Thomas Hupp ist als Senior Principal im Analytics- und Consulting-Team von IQVIA in Frankfurt tätig. Der promovierte Chemiker hat über 20 Jahre Erfahrung in der Beratung der Pharmaindustrie rund um alle strategischen Fragen zu Rx-Produkten. Sein Schwerpunkt liegt in der Marktforschung unter Einbezug von modernen Datenquellen und -informationssystemen. Er erarbeitet Marketing- und Vertriebsstrategien sowie Projektmanagement-Designs für Kommerzialisierungswege. |
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