20.05.2026Pharma Deutschland begrüßt, dass der Gesetzentwurf digitale Anwendungen, Gesundheitsdaten und klinische Forschung stärker zusammenbringt und damit die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland weiterentwickelt. Besonders die geplanten digitalen Informationswege zur besseren Vermittlung klinischer Studien können aus Sicht des Verbandes dazu beitragen, den Forschungsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und Patientinnen und Patienten schneller Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen.
21.05.2026Europas Industrie steht unter Druck. Drei tiefgreifende Schocks haben die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Branchen geschwächt: Chinas Aufstieg als Industrienation, die Energiekrise und die US-Zollpolitik seit 2025. In allen drei Fällen verlor Deutschland mehr an Boden als andere große EU-Länder. Zugleich ist keiner dieser Schocks nur ein vorübergehender Dämpfer. Sie verändern die Wettbewerbslandschaft strukturell. Europas Antwort darauf wäre in großen Teilen die eigene Stärke. Doch vor allem das Gewicht des eigenen Binnenmarkts bleibt als größtes Potenzial ungenutzt.
21.05.2026Die Bundesregierung unterzeichnet gemeinsam mit Frankreich eine begrüßenswerte Erklärung zur Stärkung der pharmazeutischen Industrie in Europa und treibt gleichzeitig in Deutschland mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ein Sparpaket voran, das genau diese Ziele frontal angreift. Dazu sagt der Pharma Deutschland Vorstandsvorsitzende Jörg Wieczorek: „Angesichts der systematischen und strukturellen Standortschwächung, die im GKV-Betragssatzstabilisierungsgesetz für die deutsche Pharmaindustrie vorgesehen ist, fällt es schwer, als Pharmaunternehmen der gemeinsamen Erklärung Deutschlands und Frankreichs zur „Stärkung der pharmazeutischen Industrie in Europa“ Glauben zu schenken."

01.06.2026Chemie hat oft etwas eigenartig Zweidimensionales – ob Reaktionen auf der Tafel oder dem Papier dargestellt werden, sie sind immer flächig. Tatsächlich ist es nicht ganz einfach, sich ohne die Hilfe der Computergrafik auch nur einfache Moleküle wie etwa Monosaccharide räumlich vorzustellen. Daher sind 2 Chemie-Nobelpreisverleihungen denkwürdig, 1987 für supramolekulare Chemie und 2025 für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen. Beide weisen den Weg in dreidimensionale Molekülgerüste, bei denen sich eine Nanowelt aus Kanälen und Höhlen eröffnet, die Technik und Chemie umfassend und dramatisch verändern könnten.

02.06.2026Der deutsche Biosimilar-Markt sieht sich 2026 tiefgreifenden Wettbewerbsdrücken durch regulatorische Novellen gegenüber. Neben intensiven Rabattvertragsmechanismen wirken die erweiterten Substitutionsregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) (§ 40b/§ 40c Arzneimittel-Richtlinie, AM-RL) nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG, Stand: 12. Febr. 2026) richtungsweisend: Die Entscheidungsbefugnis für Biosimilar-Anwendungen wird sich in Richtung Apotheke verlagern und koppelt sie darüber hinaus nochmals stärker an Wirtschaftlichkeits- und Preisstrukturen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Wettbewerbsdynamiken von Biosimilars zunehmend dem klassischen Generikamarkt annähern könnten. Für Hersteller von Biosimilars ergeben sich dadurch neue Anforderungen: Sehr gute Kenntnis des Ausschreibungsmarkts, Exzellenz in Vertragsverhandlung, belastbare Lieferfähigkeiten und regionalspezifische Arbeit mit den Interessenvertretern/Stakeholdern werden zu übergeordneten Erfolgsfaktoren.
15.06.2026Das grundlegend neue europäische Arzneimittelrecht widmet sich in zahlreichen Paragrafen neuen Ansätzen zur Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen. Die nun verabschiedeten Neuregelungen enthalten für die Inhaber von antimikrobiell wirksamen Arzneimitteln zahlreiche neue Informations- und Kennzeichnungspflichten – z. B. die Aufnahme des globalen Resistenz-Symbols, von antimikrobiellen Stewardship-Plänen, Awareness Cards sowie Anpassung der Packungsgrößen an die Therapiedauer. Die Umsetzung wird voraussichtlich zu einer Fülle von Änderungsanzeigen und damit zu stark erhöhten Kosten für die Unternehmen führen. Besonders negativ ist dabei die grundsätzliche Verpflichtung zu werten, alle sog. „Antimicrobials“ ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung abgeben zu dürfen. Den Mitgliedstaaten wurde allerdings die Möglichkeit eingeräumt, entsprechende Produkte für topische Anwendungsgebiete auch weiterhin von der Verschreibungspflicht freizustellen.
12.06.2026Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene European Biotech Act enthält zahlreiche neue Impulse für biotechnologische und sonstige Produktinnovationen. Auf der politischen Agenda stehen damit nun ein schnellerer Marktzugang und ein agileres regulatorisches Umfeld. Mit dem Kommissionsvorschlag einher gehen für Biotech-Unternehmen aber auch neue Compliance-Verpflichtungen und Risikodimensionen. Um Wettbewerbsvorteile zu erhalten und zu schaffen, ist es daher unerlässlich, die Dynamiken der neuen Regulierung frühzeitig zu verstehen und sich strategisch darauf einzustellen. Der folgende praxisorientierte Überblick will dazu einen Beitrag leisten.

17.06.2026Mit dem Einsatz von Arzneimitteln für neuartige Therapien, sog. ATMPs, sind viele Hoffnungen verbunden. Einem breiteren Marktzugang stehen jedoch etliche Hürden gegenüber, deren Ursachen nicht nur in der anspruchsvollen und teuren Herstellungstechnologie, sondern auch im regulatorischen Umfeld zu suchen sind. Dieser Beitrag beleuchtet aktuelle Entwicklungen im regulatorischen Umfeld und bei der Zulassung von ATMPs.

23.06.2026In diesem Beitragsteil werden die analytischen Möglichkeiten für eine Qualitätskontrolle bei pflanzlichen Arzneimitteln über Spezifikationen, welche im 1. Teil dieses Beitrages vorgestellt wurden, vertiefend erläutert. Hierbei werden auch die Anforderungen an den Umgang mit ggf. verfügbaren klinischen Daten im Hinblick auf die Ableitung relevanter Prüfparameter und zulässiger Akzeptanzkriterien dargestellt.

24.06.2026Pharmazeutische Labore entwickeln sich zu hochinstallierten, datenintensiven und zunehmend automatisierten Prozesslandschaften, deren digitalisierte Arbeitsweisen neue Anforderungen an Raumstruktur, Infrastruktur und Flexibilität der Planung stellen. Personalisierte Medizin, steigende Automatisierungsgrade in der Qualitätskontrolle sowie verkürzte Forschungs- und Produktionszyklen erhöhen den Bedarf an flexiblen, klar strukturierten und wirtschaftlich betreibbaren Laborumgebungen. Digitale Planungsmethoden eröffnen neue Möglichkeiten, diese komplexen Anforderungen präzise und interdisziplinär umzusetzen: Sie schaffen Transparenz über räumliche, technische und organisatorische Zusammenhänge und unterstützen belastbare Entscheidungen in allen Projektphasen. In Verbindung mit Human-Centered Design, modularen Versorgungskonzepten und nachhaltigen Material- und Energielösungen entstehen Laborwelten, die wissenschaftliche Exzellenz fördern, die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen und zugleich Zukunftsfähigkeit und ökologische Verantwortung sichern.
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